Wenn Heilung nicht mehr möglich ist

Vortrag beleuchtet Hospizarbeit Palliativmedizin und assistierten Suizid

Medebach. Die Hospizinitiative Hallenberg-Winterberg, das Ambulante Hospiz Frankenberg e. V. und das Ökumenische Ambulante Hospiz Korbach e. V. laden zu einem besonderen Vortragsabend mit dem renommierten Palliativmediziner und Buchautor Dr. Matthias Thöns ein. Unter dem Titel „Wenn Heilung unmöglich ist – begleiten statt beenden?“ setzt sich die Veranstaltung mit einer der wichtigsten ethischen und gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit auseinander. Immer wieder stehen schwerkranke Menschen, ihre Angehörigen und auch Fachkräfte vor der Herausforderung, Entscheidungen am Lebensende zu treffen. Die öffentliche Diskussion um den assistierten Suizid hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen und wirft grundlegende Fragen nach Selbstbestimmung, Menschenwürde und den Möglichkeiten einer guten Begleitung auf.


Dr. Matthias Thöns wird in seinem Vortrag aufzeigen, welche Unterstützung die moderne Palliativmedizin und die Hospizarbeit Menschen mit unheilbaren Erkrankungen bieten können. Dabei geht es um die Linderung belastender Symptome, die Erhaltung von Lebensqualität sowie die psychosoziale und spirituelle Begleitung von Betroffenen und ihren Familien. Der Referent stellt die Frage in den Mittelpunkt, welche Wege es gibt, Leid zu begegnen, ohne das Leben aktiv zu verkürzen.Ziel des Abends ist es, sachlich zu informieren, unterschiedliche Perspektiven verständlich darzustellen und Raum für eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema zu schaffen. Dabei werden sowohl medizinische als auch ethische und gesellschaftliche Aspekte betrachtet. Die Veranstalter möchten dazu beitragen, Unsicherheiten abzubauen und das Bewusstsein für die Möglichkeiten einer umfassenden Begleitung am Lebensende zu stärken.Hospizarbeit und Palliativversorgung verfolgen den Ansatz, schwerstkranke und sterbende Menschen in ihrer letzten Lebensphase bestmöglich zu unterstützen. Viele Ängste, die mit einer lebensverkürzenden Erkrankung verbunden sind – etwa Schmerzen, Einsamkeit oder die Sorge, anderen zur Last zu fallen – können durch professionelle Begleitung, menschliche Zuwendung und ein tragfähiges Unterstützungsnetz aufgefangen werden. Gerade deshalb gewinnt die Diskussion um die Alternativen zum assistierten Suizid zunehmend an Bedeutung.


Im Anschluss an den Vortrag haben die Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit den Koordinatorinnen und Koordinatoren der veranstaltenden Hospizdienste ins Gespräch zu kommen. Eingeladen sind alle Interessierten, Angehörige, ehrenamtlich Engagierte sowie Fachkräfte aus Medizin, Pflege und Sozialwesen. Der Eintritt ist frei. Zur Unterstützung der Hospizarbeit wird um Spenden gebeten. Mit der Veranstaltung möchten die drei Hospizdienste einen wichtigen Impuls für die Region setzen und dazu beitragen, dass über Krankheit, Sterben und die Möglichkeiten einer fürsorglichen Begleitung offen gesprochen wird. Denn auch dann, wenn Heilung nicht mehr möglich ist, bleibt vieles möglich – insbesondere menschliche Nähe, Lebensqualität und würdevolle Begleitung.

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